Ziel des Lebensraumkorridors entlang des GWP ist eine Abfolge von Biotopelementen, die den funktionalen Biotopverbund sicherstellt. Die Funktionalität und nicht die Breite des Lebensraumkorridors ist entscheidend. Vielerorts bestehen nutzbare Strukturen, wie Feldhecken, Streuobstwiesen, Baumreihen, Säumen etc.. Es geht also vor allem um eine Ergänzung bestehender Strukturen. Wir gehen in der Regel von wenigen Metern bis zu ca. 20 m Breite für den Lebensraumkorridor aus. Das 1 km breite Orientierungsband des GWP  (siehe beigefügte Karte) oder die Suchräume der regionalen Lebensraumkorridore sind Suchräume für bereits bestehende Biotope und Strukturen und neu zu schaffende Biotopelemente.

Unsere Vorstellungen entsprechen den Vorschlägen im Integriertes Ländliches Entwicklungskonzept (ILEK) "Herz des Markgräfler Landes".

Östlich von Mappach bis zum Gewässer Feuerbach wurde von der UNB ein Schwerpunktgebiete Feldlerche und Schwarzkehlchen ausgewiesen. Für diesen Bereich schlagen wir Maßnahmen im Rahmen des „Lebensraumkorridor in der Ackerflur“ vor. Wir schließen hier  an die Aktivitäten des Landratsamtes Lörrach zur Förderung der Feldvogelarten wie z.B. die Förderung von Blühstreifen an.

Ökokonto
Die Mitwirkung an diesem Projekt ist natürlich für die Grundstückseigentümer freiwillig. Der Umsetzungshorizont ist langfristig. Zur Flächenersparnis für die Landwirtschaft schlagen wir vor auf den Flächen notwendige Ökopunkte zu generieren. Wir erwarten nach der Überarbeitung der Ökopunkteverordnung eine höhere Faktorisierung auf Flächen im Biotopverbund. Dazu werden wir für die Korridore einen Vorschlag für Ökokontoflächen für das kommunale Ökokonto entwerfen und Ihnen vorstellen. Die Kenntnis der kommunalen Grundstücke wäre dafür hilfreich.

Trüffelbiotope
Um die Landwirte auch durch die Schaffung eines Mehrwertes einzubinden, bieten wir die Förderung nutzbarer Trüffelbiotope an. Ein Modellbiotop konnten wir bereits in Blansingen einrichten.

Viele Böden im Markgräflerland eignen sich zum Anbau der Burgundertrüffel (Tuber aestivum). Trüffelanbau gelingt durch die Beimpfung von heimischen Baumarten wie etwa Stieleiche, Hasel, Buche oder Hainbuche mit autochthoner Burgundertrüffel. Nach 7–10 Jahren Entwicklungszeit können Trüffel geerntet werden. Im Markgräflerland gibt es bereits etwa ein Dutzend Trüffelpflanzungen, einige bringen bereits erste Erträge. Weitere Trüffelbiotope mit hohem ökologischem Wert sollen geschaffen und für den Biotopverbund genutzt werden. Bei der Gestaltung wird ein Kompromiss zwischen Trüffelanbau und Biotopgestaltung gesucht. Es werden Feldhecken oder -gehölze mit Saumstrukturen angelegt. Das Pflegemanagement orientiert sich an den Strukturen natürlicher Trüffelstandorte in Süddeutschland.

Im Jahr 2018 werden die Kosten für die Trüffelbäume zu 70% und 2019 zu 50% gefördert.

Nachfolgend einige Spezifikationen für die Lebensraumkorridore.

Lebensraumkorridor halboffene Standorte (gelb)
Zielarten: Wildkatze, Fledermäuse, Haselmaus und gehölzgebundene Vogelarten; aber auch Offenlandarten, Insekten

Erhalt und Förderung der bestehenden Strukturen wie Streuobstwiesen, Feldgehölze, Raine, Einzelbäume, Feldhecken und Gewässerrandstreifen

Neunanlage:
Feldhecke

Strauchreihen

Trüffelbiotope

Reihen mit fruchtgebenden Bäumen

blütenreichen Säume

 

Lebensraumkorridor in der Ackerflur (braun) Bild in der Anlage
Zielarten: mobile waldgebundene Säuger u.a. Wildkatze. Offenlandarten, Insekten

Erhalt der bestehenden Strukturen, wie Einzelbäume, Röhrichte und Wiesenstreifen

Neunanlage:
Hochstaufenfluren

Blütenreiche Säume

Landschilfröhrichte

Eventuell die Pflanzung von Grauweiden

 

Waldlebensraum (grün)
Zielarten: mobile waldgebunden Säuger u.a. Wildkatze. Haselmaus, totholzbewohnende Arten (z.B. Fledermäuse, Spechte)

Eine Aufwertung geeigneter Waldflächen im Sinne der Waldnaturschutzstrategie des Landes Baden-Württembergs ist angestrebt. Dabei geht es vor allem um die Lichtwaldstellung, Erhöhung des Anteils der Lichtwaldarten, Freistellung von Gewässern, Förderung von Sonderstandorten wie z.B. Geröllhalden oder feuchte/trockene Standorte.