Ein Wanderschäferbetrieb hütet traditionell seine Schafe in der Trockenaue. Diese Beweidung ist von den Naturschutzbehörden beauftragt und wichtiger Teil zur Pflege ausgewiesener Biotope. Zu Projektbeginn umfasste die Schafbeweidung eine Distanz von lediglich 15 Kilometern, im Laufe des Projekts konnte sie auf 40 Kilometer ausgeweitet werden. Die Schafherde zieht von Fläche zu Fläche von Grißheim im Norden, dann entlang des Rheins auf Bad Bellinger und Schliengener Gemarkung nach Süden bis Haltingen und von dort zu den Sommerweideflächen am Tüllinger Berg. Die Sämereien der Pflanzen und kleine Tiere wie Heuschrecken, Käfer und Spinnen oder manchmal auch junge Eidechsen werden in der Wolle der Schafe mittransportiert. Das Schaf ist somit ein lebendiges „Taxi“ für den Austausch der Tier- und Pflanzenpopulationen und nimmt eine wichtige Funktion für den Biotopverbund wahr. (Bild: © Mayer)

 

Deshalb wird die Wanderschäferei auch durch die Modellregion Biotopverbund Markgräflerland MOBIL unterstützt. Der landesweite Biotopverbund soll die Landschaft für Tiere und Pflanzen wieder „durchgängiger“ machen, soll ihre ökologischen Wechselbeziehungen bewahren, wiederherstellen und neu entwickeln. 

Der Wanderschäfer wird während der Wanderung betreut, die naturschutzfachlichen Gesichtspunkte jährlich aktualisiert und Gefahrenpunkte entschärft. Besonders an Engstellen, wie am Leinpfad ist die Schafherde auf die Rücksicht der Wanderer, Fahrradfahrer und Hundebesitzer angewiesen. Erschreckte Schafe könnten sonst vom Triebweg abkommen und auf die Straßen oder gar die Autobahn flüchten. Hundebesitzer werden deshalb gebeten, beim Auslauf in der Nähe der Schafherde und der Schafkoppel, die Hunde an die Leine zu nehmen. Die Schafe sollten nicht mit Brot oder sonstigen Lebensmittelresten gefüttert werden. (Bilder: © Mayer)

Feld-Mannstreu (Eryngium campestre)

Dipl. Biol. Juliane Prinz, betreut seit vielen Jahren den lokalen Biotopverbund der Stadt Neuenburg am Rhein:
„Der Feld-Mannstreu ist ein Zeuge für die Wanderschäferei in der Feldflur von Neuenburg“.

 


 

Beratung für Bewirtschaftungen von geschützten Mähwiesen und Biotopen in Lipburg

Das Markgräflerland zwischen Schwarzwald und Rhein beherbergt eine große Vielfalt an Lebensräumen für seltene Tier- und Pflanzenarten, von der „Trockenaue“ mit lichten Wäldern und Magerrasen bis zur Vorbergzone mit ihren bunten (Obst-)Wiesen und Weinbergen.  

Als Modellregion für den landesweiten Biotopverbund wurde im Regierungsbezirk Freiburg das Markgräflerland ausgewählt. Der landesweite Biotopverbund soll die Landschaft für Tiere und Pflanzen wieder „durchgängiger“ machen, soll ihre ökologischen Wechselbeziehungen bewahren, wiederherstellen und neu entwickeln.  

Grundlage ist eine dauerhafte Sicherung der Populationen wildlebender Tiere und Pflanzen einschließlich ihrer Lebensstätten, Biotope und Lebensgemeinschaften in den Kernlebensräumen. Die Wiesen- und Streuobstlandschaft in Lipburg ist ein solcher wertvoller Kernlebensraum. Das Projekt MOBIL hat in Lipburg bereits Beiträge zur Sicherung und Revitalisierung wertvoller Streuobstbestände geleistet. Nun bietet das Projekt in einer vom Regierungspräsidium Freiburg, Referat 56, getragen Maßnahme Beratung für die Bewirtschafter und Besitzer von Flachlandmähwiesen und anderen Biotopen an. 

Wichtige Beratungsinhalte können sein:

• Optimale Bewirtschaftung der FFH-Lebensraumtypen (z.B. Beweidung oder Mähen)

• Prämiensicherheit für landwirtschaftliche Betriebe

• Arbeitseffizienz – Wie kann ich die Biotoppflege in den Betriebsablauf einbinden? 

• Kooperation mit anderen Akteuren

• Ihre Fragen und Anliegen …

Bitte informieren Sie sich. Für Fragen steht Ihnen auch der Projektmanager Dipl.-Biologe Markus Mayer, Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein! oder Tel. 07664 40363880 zur Verfügung.