Die Wildkatze (Felis s. silvestris) lebt in den Vogesen, im Kaiserstuhl, in den Trockenwäldern des Rheins und wurde nun auch in den Wäldern an den Schwarzwaldhängen festgestellt. 

Die Wildkatze lebt in großen, zusammenhängenden Wald- und abwechslungsreichen Wald-Feld-Gebieten. Sie jagt dort, wo ihre Hauptbeute, die Wühlmäuse, am zahlreichsten sind (Waldränder und Säume, (Wald-) Wiesen, totholzreiche alte Wälder). Zudem sonnt sie sich gerne an Felsen, aber auch auf Baumstümpfen. Unterschlupf findet sie unter Felsen, Wurzeltellern, Baumhöhlen, in Dachs- und Fuchsbauten sowie Reisighaufen. Gemieden wird die waldarme Kulturlandschaft. Reviere sind zwischen 100 und 3000 ha groß. Die Reviergröße bei der weiblichen Wildkatze ist deutlich kleiner als bei dem männlichen Kuder. (FVA)

Wir wollen den Verbund der Vorkommen durch Wildtierkorridore im Offenland und im Wald sicherstellen. Eine Maßnahme im Wald sei hier vorgestellt: Neue Lebensräume für Wildkatze und andere Tiere sind bei einem Modellprojekt im Gewann Vogelbach in Badenweiler (Kreis Breisgau-Hochschwarzwald) entstanden. Gemeinsam haben ForstBW in Zusammenarbeit mit dem Projekt MOBIL (Modellregion Biotopverbund Markgräflerland) des Regierungspräsidiums Freiburg und der Forstlichen Versuchs- und Forschungsanstalt BadenWürttemberg (FVA) ein Biotop im Staatswald neu gestaltet, heißt es in einer gemeinsamen Pressemitteilung. Die Fläche ist nach den großen Stürmen der vergangenen 20 Jahre zusammengewachsen und verwildert. Sie ist als Teil eines Wildtierkorridors für die Wildkatze und andere Tierarten aufgelichtet sowie entsprechend den Zielvorgaben der Waldnaturschutzkonzeption Baden-Württemberg als Biotop neu gestaltet worden. Umgesetzt wurde das Ganze im Rahmen des 100.000- Euro-Programms „Lichte Wälder“ von ForstBW und hat als Naturschutzmaßnahme insgesamt etwa 20.000 Euro gekostet. Das Referat für Naturschutz und Landschaftspflege beim Regierungspräsidium Freiburg und die FVA haben das Markgräfler Land als Modellregion ausgewählt, um ein kohärentes ökologisches Netzwerk für Offenland- und Waldlebensräume zu entwickeln und den angestrebten Biotopverbund auf 10 Prozent der Landesfläche zur Sicherung der Biodiversität an Beispielen umzusetzen (Projekt MOBIL). In enger Zusammenarbeit mit dem Kreisforstamt Breisgau-Hochschwarzwald, Forstbezirk Staufen, der FVA und dem Projekt MOBIL ist 2015 im Staatswald bei Badenweiler eine Fläche ausgewählt und als Lichtwald-Biotop neu eingerichtet worden. Im Gebiet rund um den „Vogelbach“ befindet sich auf einer nach Südwesten geneigten Geröllhalde ein Korridorfunktionsraum des Generalwildwegeplans (GWP). Nach den großen Sturmereignissen „Wiebke“, „Lothar“ und „Kyrill“ wuchsen dort dicht geschlossene Jungbestände aus Fichte, Buche und Bergahorn heran, in denen das Sonnenlicht nur noch an wenigen Stellen bis auf den Boden vordringen konnte. In der Folge verloren viele hier heimische lichtliebende Tier- und Pflanzenarten ihre natürlichen Lebensräume. Durch die Pflege dieses Waldbiotops zu einem sogenannten „Trittstein“ soll der landesweite Biotopverbund an Fläche gewinnen und damit wieder als Rückzugsort für viele verschiedene Tier- (und Pflanzenarten) dienen. Die Pflegemaßnahme wurde mit der FVA fachlich abgestimmt und von ihr begleitet.

 


Lockstockmonitoring

Die aktuelle Verbreitung der Wildkatze wird  als Grundlage für Maßnahmen zum Biotopverbund derzeit ermittelt. Dazu werden Lockstöcke angebracht, mit Baldrian besprüht und die Haare der Katzen, die sich daran reiben entnommen. Diese Haare werden im Labor mit Gentests analysiert. So kann festgestellt werden, ob echte Wildkatzen im Gebiet vorkommen. 

Wildkatze am Lockstock 


Analyse der Wildunfallschwerpunkte 

Die FVA ermittelt aufgrund der aktuellen Daten aus den Hegeringen Rheintal, Rebland und Blauen-Kandertal wichtige Engstellen und Wildunfallschwerpunkte. Diese Daten helfen, Maßnahmen wie die Optimierung von Bestandesbauwerke, ggf. den Bau von Querungsmöglichkeiten vor Ort oder den Einsatz von Wildwarnanlagen zu planen. Damit können Wildunfälle mit Verletzten und hohen Sachschäden vermieden werden.