In der intensiv bewirtschafteten Feldflur fehlen weitgehend Gehölzstrukturen. In Lebensraumkorridoren besteht ein Bedarf an „Trittsteinen“ mit Deckungsstrukturen für die Wildkatze, die Haselmaus und als Leitstruktur für Fledermäuse. Zielkonflikte mit Offenlandarten werden geprüft und abgewogen. Um die Landwirte auch durch die Schaffung eines Mehrwertes einzubinden, werden nutzbare Trüffelbiotope geschaffen. Viele Böden im Markgräflerland eignen sich zum Anbau der Burgundertrüffel (Tuber aestivum). Trüffelanbau gelingt durch die Beimpfung von heimischen Baumarten wie etwa Stieleiche, Hasel, Buche oder Hainbuche mit Burgundertrüffel vom Oberrhein. Nach 7–10 Jahren Entwicklungszeit können Trüffel geerntet werden. Im Markgräflerland gibt es bereits etwa ein Dutzend Trüffelpflanzungen, einige bringen bereits erste Erträge. Weitere Trüffelbiotope mit hohem ökologischem Wert sollen geschaffen und für den Biotopverbund genutzt werden. Bei der Gestaltung wird ein Kompromiss zwischen Trüffelanbau und Biotopgestaltung gesucht. Es werden Feldhecken oder -gehölze mit Saumstrukturen angelegt. Das Pflegemanagement orientiert sich an den Strukturen natürlicher Trüffelstandorte in Süddeutschland. (Bilder: © Deutsche Trüffelbäume)


Der Kiebitz wird im Schwemmfächer des Eschbaches auf den Gemarkungen Bad Krozingen, Staufen und Heitersheim gefördert. Zum einen wurde eine Flutmulde in Bad Krozingen auf einer städtischen Wiesenfläche in Abstimmung mit den Jagdpächtern angelegt. Die Fläche soll zukünftig als Rasthabitat für Brut- und Zugvögel dienen. Hierfür setzte das Regierungspräsidium Freiburg, Referat Naturschutz und Landschaftspflege, den Bagger an und vertiefte eine bereits nasse Wiese um ca. 30cm. Die so entstandene Flutmulde wird durch Regenwasser gefüllt. Kiebitze brüten in der offenen Landschaft am Boden und ihre Jungen suchen direkt nach dem Schlüpfen eigenständig Nahrung. Dafür brauchen sie ruhige Bereiche und feuchten, gut durchstocherbaren Boden. Beides ist an der neuen Flutmulde gegeben.

Die Kiebitznester auf Gemarkung Staufen werden durch Nestschutzkörbe geschützt, wodurch sie nicht mehr von Prädatoren wie dem Fuchs ausgeraubt werden können. Gleichzeitig können die Landwirte während der Bewirtschaftung des Ackers das Nest lokalisieren und umfahren. Für den entstandenen Mehraufwand erhält der Landwirt je Nestschutzkorb eine pauschale Entschädigung. In den nächsten Schritten soll das Brutplatzangebot optimiert werden und potentielle Prädatoren genauer analysiert werden.