Ein Wanderschäferbetrieb hütet traditionell seine Schafe in der Trockenaue. Diese Beweidung ist von den Naturschutzbehörden beauftragt und wichtiger Teil zur Pflege ausgewiesener Biotope. Die Schafherde zieht von Fläche zu Fläche von Grißheim im Norden, dann entlang des Rheins auf Bad Bellinger und Schliengener Gemarkung nach Süden bis Haltingen und von dort zu den Sommerweideflächen am Tüllinger Berg. Die Sämereien der Pflanzen und kleine Tiere wie Heuschrecken, Käfer und Spinnen oder manchmal auch junge Eidechsen werden in der Wolle der Schafe mittransportiert. Das Schaf ist somit ein lebendiges „Taxi“ für den Austausch der Tier- und Pflanzenpopulationen und nimmt eine wichtige Funktion für den Biotopverbund wahr.

Deshalb wird die Wanderschäferei auch durch die Modellregion Biotopverbund Markgräflerland MOBIL unterstützt. Der landesweite Biotopverbund soll die Landschaft für Tiere und Pflanzen wieder „durchgängiger“ machen, soll ihre ökologischen Wechselbeziehungen bewahren, wiederherstellen und neu entwickeln. 

Besonders an Engstellen, wie am Leinpfad ist die Schafherde auf die Rücksicht der Wanderer, Fahrradfahrer und Hundebesitzer angewiesen. Erschreckte Schafe könnten sonst vom Triebweg abkommen und auf die Straßen oder gar die Autobahn flüchten. Hundebesitzer werden deshalb gebeten, beim Auslauf in der Nähe der Schafherde und der Schafkoppel, die Hunde an die Leine zu nehmen. Die Schafe sollten nicht mit Brot oder sonstigen Lebensmittelresten gefüttert werden.

Feld-Mannstreu (Eryngium campestre)

Dipl. Biol. Juliane Prinz, betreut seit vielen Jahren den lokalen Biotopverbund der Stadt Neuenburg am Rhein:
„Der Feld-Mannstreu ist ein Zeuge für die Wanderschäferei in der Feldflur von Neuenburg“.