Der Tüllinger Berg – ein Hot-Spot der Artenvielfalt

Der Bergrücken zwischen Rhein, Kander und Wiese ist eine wertvolle Natur- und Erholungszone für Mensch, Tier- und Pflanzenwelt. Stadtnah - und doch fernab von Stress und Hektik - lädt er zum Wandern, Entdecken und Verweilen ein. 

Gleichzeitig wird der Tüllinger Berg auf vielfältige Weise genutzt: Grünland- und Waldwirtschaft, Wein- und Ackerbau prägen sein abwechslungsreiches Bild. Kleinstrukturierte Streuobstwiesen und Kleingärten tragen zum vielfältigen Mosaik dieser offenen Kulturlandschaft bei. Durch die zumeist extensive Nutzung trifft man auf magere Mähwiesen mit seltenen Pflanzenarten und auf seltene Vogelarten der offenen und strukturreichen Kulturlandschaft wie Zaunammer, Wendehals, Steinkauz, Schwarzmilan, Baumfalke und Grauspecht. 

Aufgrund dieser vielfältigen Landschaft und der weitgehend extensiven Nutzung ist der Tüllinger Berg ein Hot-Spot der Artenvielfalt. Große Bereiche des Tüllinger Berges wurden deshalb als Vogelschutz- und Fauna-Flora-Habitat-Gebiet (FFH) ausgewiesen. Damit sind diese Flächen Teil eines europäischen Netzes zusammenhängender Schutzgebiete (Natura 2000), welches zum Schutz der einheimischen Natur in Europa aufgebaut wird.  


MOBIL am Tüllinger Berg

Die Modellregion Biotopverbund Markgräflerland – kurz MOBIL – hat sich zum Ziel gesetzt, wertvolle Lebensräume für Tiere und Pflanzen, die durch Siedlungs-, Verkehrs- und Gewerbeflächen, aber auch durch landwirtschaftlich genutzte Flächen getrennt sind, zu verbinden und für seltene Tier- und Pflanzenarten wieder „durchgängig“ zu machen. Als Modellregion für die beispielhafte Umsetzung des Fachplans Landesweiter Biotopverbund und des Generalwildwegeplans wurde das Markgräflerland ausgewählt. Dabei sollen vor allem verschiedene Möglichkeiten zu einer freiwilligen Umsetzung, z. B. über Ausgleichs- und Ökokontomaßnahmen, erprobt werden. Das Projekt ist 2015 angelaufen und endet 2020.

MOBIL verbindet die isolierten mageren Wiesen und Magerrasen durch eine wandernde Schafherde. Die Schafe dienen als natürliches Taxi für die Samen der Gräser und Kräuter, die in der Wolle der Schafe hängen bleiben.  Manchmal werden auch Käfer und sogar kleine Eidechsen transportiert. Auch für Wildkatze, Wimpernfledermaus und Wendehals werden die Habitate miteinander funktional verbunden. 

Vor Ort  –  am Tüllinger Berg  –  zielt das MOBIL-Projekt auf eine Optimierung der Lebensräume seltener Vogelarten, die auf altholz- und strukturreiche Streuobstwiesen angewiesen sind. Dazu wird eine Streuobst-Kartierung durchgeführt (siehe Karte). Wie die Landschaft, so sind auch die Anspruchsgruppen rund um den „Tüllinger“ sehr vielseitig. Daher wird das Projekt auch dazu beitragen, die Abstimmung und Zusammenarbeit der Bewirtschafter, Naturschützer und Erholungssuchenden zu verbessern. Nur unter Einbezug lokaler Akteure, die den Tüllinger Berg auf vielfältige Weise nutzen, ist der Erhalt dieses einzigarten Lebensraums langfristig realisierbar. 


Besitzen Sie eine Streuobstwiese am Tüllinger Berg?

Streuobstwiesen sind wertvolle Lebensräume zahlreicher Tier- und Pflanzenarten und gleichzeitig wesentlicher Anziehungspunkt der Erholungs¬suchenden am Tüllinger Berg. Besitzen oder pflegen Sie Streuobstwiesen am Tüllinger Berg? Haben oder kennen Sie Flächen, die nicht mehr bewirtschaftet werden können, wo die Streuobstbäume vom Zerfall bedroht sind?

Das Trinationale Umweltzentrum (TRUZ) berät Sie zu Fördermöglichkeiten, Qualifizierungsangeboten und Baumschnittkursen.

Als Ansprechstelle vor Ort koordiniert der Fachbereich Grenzüberschreitender Naturschutz die Arbeiten im Rahmen des MOBIL-Projektes am Tüllinger Berg. 

Für Informationen und Beratung, wenden Sie sich bitte an:

Trinationales Umweltzentrum e.V.
Fachbereich Grenzüberschreitender Naturschutz
Marisa Molinari
Tel.: 07621-1614971
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www.truz-naturschutz.org