Rückblick - Ausbildung zum LOGL-geprüften Fachwart für Obst und Garten

Wie das Regierungspräsidium (RP) mitteilte, konnte erstmals auch in den Landkreisen Lörrach und Breisgau-Hochschwarzwald die Ausbildung zum LOGL-geprüften Fachwart für Obst und Garten absolviert werden. Ausrichter war das RP im Rahmen des Projektes Modellregion Biotopverbund Markgräflerland (MOBIL) in Zusammenarbeit mit den Landratsämtern Breisgau-Hochschwarzwald und Lörrach, dem Kreisobst- und Gartenbauverband Lörrach, dem Bezirksobst- und Gartenbauverband Müllheim und dem Landesverband für Obstbau, Garten und Landschaft Baden-Württemberg (LOGL). 

Die vom LOGL anerkannte Ausbildung begann Mitte Januar 2016 und endete im Dezember 2016. Sie umfasste rund 80 Stunden, darunter 40 Stunden Unterricht und 40 Stunden Exkursionen und Praxisübungen. Der Unterrichtsort befand sich im Raum Schliengen. Die Ausbildungszeiten lagen zum größten Teil an Abenden, die praktischen Übungen und Exkursionen an Freitagen oder Samstagen, so dass eine berufsbegleitende Teilnahme möglich war. 

Schwerpunkt der Ausbildung war der Obstbau, insbesondere die Nutzung und Pflege von großkronigen Obstbäumen. Die Themen reichten von der Bodenpflege über den Pflanzenschutz bis zur Veredelung. Von den anderen Gartenthemen wurden Grundlagen vermittelt. Auch der Naturschutz auf gärtnerisch genutzten Flächen und rechtliche Aspekte wurden behandelt. Im praktischen Teil erforderte der Obstbaumschnitt die meiste Zeit. Am Ende der Ausbildung standen eine schriftliche und eine mündliche Prüfung durch eine vom Landesverband für Obstbau, Garten und Landschaft Baden-Württemberg (LOGL) zusammengestellte Prüfungskommission. 

Der Erwerb des Pflanzenschutzsachkundenachweises wurde als Ergänzung im Rahmen der Fachwart-Ausbildung empfohlen. Er war in der Ausbildung nicht enthalten, sondern konnte bei Bedarf beim Landratsamt erworben werden. 

Ziel der Ausbildung war die Befähigung, in den Obst- und Gartenbauverein, Naturschutzverbänden oder im Bildungswesen Kenntnisse zum Obst und Gartenbau weitergeben zu können. Daneben galt der LOGL-geprüfte Fachwart in ganz Baden-Württemberg als anerkannte Befähigung zum qualifizierten Obstbaumschnitt. Naturschutzfachlich qualifizierte Obstbaumpfleger können auch Leistungen im Rahmen von speziellen Naturschutzmaßnahmen erbringen. 

Den detaillierten Ausbildungsplan finden Sie hier. 

Die frisch gebackenen Fachwarte haben im April 2017 die Fachwartvereinigung Markgräflerland e. V. gegründet, welche im LOGL organisiert ist. In den ersten Vorstand wurden Katharina Badot und Andreas Breisinger gewählt, die sich das Amt des 1. Vorsitzenden teilen.

Nähere Informationen zur Fachwartvereinigung Markgräflerland e.V. finden Sie im aktuellen Vereinsflyer

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 Rückblick - Auftaktveranstaltung am 22. Mai 2015

in der Mehrzweckhalle Ötlingen auf dem Tüllinger Berg, Stadt Weil am Rhein

Das Markgräflerland zwischen Schwarzwald und Rhein beherbergt eine große Vielfalt an Lebensräumen für seltene Tier- und Pflanzenarten, von der „Trockenaue“ mit lichten Wäldern und Magerrasen bis zur Vorbergzone mit ihren bunten (Obst-)Wiesen und Weinbergen. 

Die wertvollen Lebensräume sind vor allem in der Rheinebene durch Siedlungs- und Gewerbeflächen, Verkehrsachsen und intensiv landwirtschaftlich genutzte Flächen getrennt. Diese Trennung hat nachteilige Wirkungen für viele Tier- und Pflanzenarten. So hat zum Beispiel die Wildkatze große Probleme, von der Rheinaue in den Schwarzwald zu kommen. Wenn sie nicht überfahren wird, wie schon häufig geschehen, hat sie noch die ausgedehnten landwirtschaftlichen Flächen zu überwinden. Der landesweite Biotopverbund soll die Landschaft für Tiere und Pflanzen wieder „durchgängiger“ machen, soll ihre ökologischen Wechselbeziehungen bewahren, wiederherstellen und neu entwickeln.Als Modellregion für den landesweiten Biotopverbund wurde im Regierungsbezirk Freiburg das Markgräflerland ausgewählt. Dabei geht es nicht um die Ausweisung neuer Schutzgebiete, sondern um die Erkundung verschiedener Möglichkeiten zu einer freiwilligen Umsetzung, z.B. über Ausgleichs- und Ökokontomaßnahmen. Daher haben zahlreiche Städte und Gemeinden Interesse an diesem Projekt.

Um das Projekt der Öffentlichkeit vorzustellen, fand am Freitag, den 22. Mai 2015 die Auftaktveranstaltung statt. 

Über 80 Akteure und Interessierte nahmen an der Veranstaltung teil!Nach den Grußworten von Landrätin Marion Dammann, Vertretern der Städte Weil am Rhein und Lörrach sowie des Ministeriums für Ländlichen Raum und Verbraucherschutz, stellte Herr Dr. Bernd Seitz das MOBIL Projekt den Akteuren und Interessierten vor.Fragen wie "was steckt hinter dem Landesweiten Biotopverbund?" und "was macht ihn sogar international bedeutsam?" wurden im Laufe der Auftaktveranstaltung beantwortet. Die Teilnehmer konnten durch die verschiedenen Vorträge von Norbert Höll, Dr. Andre Baumann, Dr. Bernd Seitz und Stéphanie Kraft, erfahren, warum wir ein grünes Wegenetz brauchen und wie es geknüpft sein sollte, was die Wildkatze braucht, wo sie vorkommt und wie wir ihr den Weg erleichtern können.Auf dem im Anschluss stattfindenden Infomarkt, konnten die Besucher bei einer leckeren Lammbratwurst oder einem saftigen Stück Apfelkuchen offene Fragen klären und einzelne Aspekte und Maßnahmen des Projektes näher kennen lernen. 

Anschließend begannen bei traumhaften Frühlingswetter die drei Exkursionen zu den Themen „Botanische Wanderung entlang artenreicher Wiesen des Tüllinger Berges“, „Vogelschutz am Tüllinger Berg“ sowie „Lebensraumverbund für Wildkatze & Co vom Schwarzwald in die Trockenaue“. Dabei konnten die Teilnehmer das Projektgebiet genauer erkunden. Abschließend lässt sich sagen, dass die Auftaktveranstaltung für alle Beteiligten ein großer Erfolg war, der die Wichtigkeit des MOBIL Projektes Biotopverbund MarkgräflerLand bestätigt.

Dr. Bernd-Jürgen Seitz
Leiter Referat 56 Naturschutz und Landschaftspflege, Regierungspräsidium Freiburg
(Bildautor: Dr. Bernd-Jürgen Seitz)

 Einige Impressionen der Auftaktveranstaltung finden Sie hier:


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Vorträge und Präsentationen

Vorstellung Fachplan landesweiter Biotopverbund 
(Norbert Höll, Leiter Referat 24 Flächenschutz/Fachdienst Naturschutz, LUBW)

Grüne Wege für Mensch und Natur - die Modellregion Biotopverbund MarkgräflerLand (MOBIL)
(Dr. Bernd Jürgen Seitz, Leiter Referat 56 Naturschutz und Landschaftspflege Regierungspräsidium Freiburg)

Die Wildkatze verbindet - Quo vadis im Markgräflerland?
(Stéphanie Kraft, Abt. Wald und Naturschutz Forstliche Versuchs- und Forschungsanstalt Baden-Württemberg (FVA))

Diese Vorträge sind ausschließlich für den persönlichen Gebrauch bestimmt. Vervielfältigung, Weitergabe an Dritte und Veröffentlichungen sind nicht gestattet.


Die offizielle Pressemitteilung des Regierungspräsidiums Freiburg finden Sie hier zum Downloaden.